Geschichte - Penk

Ortsgeschichte (Auszug aus der Chronik)

Man kann Historisches über Penk nicht wiedergeben, ohne dabei auch die Gemeinde Altendorf in die Betrachtung miteinzubeziehen. Beide Orte sind sehr alt und es ist nicht zu ergründen, zu welcher Zeit sie entstanden sind, und wer die ersten Ansiedler waren. Altendorf wird erstmals urkundlich etwa um 1280 erwähnt, während Penk erst 1343 in einer Urkunde namentlich aufscheint. Die Gründung dürfte aber entschieden früher als die erstmalige urkundliche Erwähnung erfolgt sein. Man wird kaum fehlgehen, wenn man die Jahrtausendwende als erste Besiedlungszeit vermutet.

Beide Orte liegen auf einem Höhenzug in einem Abstand von einem Kilometer. Einwohnermäßig und der Zahl der Häuser nach ist Penk der größte Ort, flächenmäßig ist es Altendorf. Der Ortsname Penk ist nicht leicht erklärbar. Im Volksmund erzählt man, dass der Name Penk sich ableitet von Bänk, also die Raststelle bei den Bänken - d`Bänk. Zwar führte ein alter Handelsweg (vermutlich ein Weinweg der Römer) über Altendorf Richtung Süden, aber dieser Weg führte an Penk vorbei, so dass dieser Umstand mit dem Rasten in Penk kaum in Zusammenhang gebracht werden kann. Möglich wäre es, dass dem Namen Penk die Bedeutung von "Bann" im Sinne von Verbot zukommt. Die Entstehung ist nicht belegt und liegt im Dunkeln.

Interessanter, weil viel älter, ist der sogenannte "Entweg", der in einer Höhe von ca. 530 m Seehöhe am Abhang gegen das Schwarzatal durch die Wälder führte. Die besondere Eigenschaft dieses Weges und aller Entwege besteht darin, dass er nahezu horizontal verläuft und mit einer Steigung oder Gefälle von maximal nur einem Grad Gräben und Täler überquert. Entsprechende ausgleichende Abgrabungen und Aufschüttungen ermöglichten ein leichtes Vorwärtskommen auf dieser horizontalen Wegesführung und zeugen von hohem Wissen und Geschick des Wegebaues. Es dürfte sich bei einem "Entweg" zweiffellos um einen Römerweg handeln, wie sie auch in Pitten, Haßbach und Feistritztal entdeckt werden konnten. Der Weg hieß: gigantea via - Riesenweg.

Ein Urbar (Grundbuch) weist Penk als Sitz eines Amtsmannes der Kranichberger Grundherrschaft aus. Zur Amtsmannschaft Penk gehörten aber auch andere zur Herrschaft Kranichberg gehörende Besitzungen in Loitzmannsdorf, Landschach, Schönstadl, Oberdanegg, Grafenbach und anderen umliegenden Dörfern und selbst weiter entfernt gelegene Orte wie Sautern, Pitten, Ofenbach und Prein, um nur einige Dörfer zu nennen. Insgesamt waren 79 Höfe in 28 Ortschaften der Grundherrschaft Kranichberg untertan und zur Abgabeleistung verpflichtet. Daraus ist ersichtlich, dass Penk als Amtssitz von Kranichberg eine bedeutende Rolle zukam. Ein Verzeichnis des Amtes Neunkirchen aus dem Jahre 1571 registriert allein in Penk und unmittelbarer Umgebung 17 Höfe, die Ungeld (=landesfürstliche Getränkesteuer) an das Schloss Kranichberg zu entrichten hatten. Die Eigentümerin der Grundherrschaft Kranichberg war damals Gräfin Maria Constantia zu Lamberg. Um das Jahr 1750 gab es in Penk 16 Bauernhäuser, 1830 gab es deren 18, 1900 waren es 34, 1950: 46 und 1973: 65 Häuser. Der Amtsmann zu Penk hielt einmal im Jahr ein "Taiding" ab, darunter versteht man eine Versammlung (Tagung), bei der die Pflichten und Rechte der Untertanen gegenüber der Grundherrschaft in Erinnerung gebracht worden sind. Jedermann war verpflichtet, pünktlich zu erscheinen.

Im "Pantaiding (Gerichtstag) zu Paeunck" aus dem 16. Jhdt. sind verschiedene interessante Vorschriften und Strafbestimmungen enthalten. Darin war z.B. die Zeit der Aussaat im Herbst und Frühling, der Viehtrieb, die Jagd, die Waldnutzung und Einfriedungen genau geregelt und vorgeschrieben. Es gab auch Strafbestimmungen, die uns heute seltsam anmuten und uns zum Schmunzeln bringen. So braucht z.B. ein Hauswirt, der einen "Loser am Fenster" ersticht, den Leichnam nur aus dem Bereich der Dachtropfen ziehen, drei Pfennig auf den Toten legen und schon war die Tat gebüßt.

Über böse, scheltende und raufende Weiber wurde eine Strafe von sechs Schilling, zwei Pfennig verhängt. In besonderen Fällen wurden sie zu einem Sühnegang mit einem schweren "Pagstein" um den Hals verurteilt. Dieses Urteil wurde aber in Neunkirchen am Marktplatz öffentlich vollzogen. Ein "schädlich Mann" (Verbrecher) musste dem Richter von Neunkirchen übergeben werden. Jedermann war verpflichtet, bei der Ergreifung mitzuhelfen. Die Übergabe erfolgte beim Danegger Kreuz. Der Richter von Neunkirchen (Landgericht) musste zeitgerecht verständigt werden und war verpflichtet, den "schädlich Mann" zur vereinbarten Zeit abzuholen. Versäumte er dies, so wurde der Delinquent mit drei "Rickhalmen" (Strohhalmen) gebunden und sich selbst überlassen, d.h., er war auf Nimmerwiedersehen verschwunden. Der Richter aber war für die Folgen dieses Versäumnisses der Herrschaft Kranichberg verantwortlich.

Neunkirchen hatte schon im 13 Jhdt. eine Landgerichtsbarkeit, doch war diese gewissen Einschränkungen unterworfen. Der Landrichter hatte nicht das Recht, sogenannte "Malefizpersonen" (Schwerverbrecher) hinrichten zu lassen. Diese wurden nach Wr. Neustadt überstellt und wurden dort im Falle der Verweigerung eines Geständnisses für ihre Untat einer "peinlichen Befragung" (Folter) unterworfen. Freilich bleibt dahingestellt, ob diese Art der Vernehmung immer die Wahrheit ans Tageslicht brachte. Die Folter selbst erfolgte in der Art, dass man Ungeständige vorerst die Folterinstrumente gezeigt wurden. Dann erfolgte die Anschraubung des Daumenstockes, der spanische Stiefel, die scharfe Binde, letztlich das Aufziehen mit dem Reckseil. Nach dem derart erpressten Geständnis erfolgte die Verurteilung und Hinrichtung, die stets öffentlich abgehalten wurde. Je nach Schwere der Schuld, wurde der Verurteilte am Galgen erhängt, enthauptet, gevierteilt oder an das Rad geflochten, um nur die häufigst praktizierten Hinrichtungsarten zu nennen. Frauen wurden fast immer am Scheiterhaufen verbrannt.

Wieder zurück zur Ortsgeschichte: Penk und Altendorf gehörten seit jeher mit Schule und Pfarre nach St. Valentin. 1784 wurden die Streusiedlungen Lichtenau, Kienberg und das Gebiet Schachen, Linden und Feld (St. Valentin Zerstreut) an die neue Pfarre Haßbach abgetreten und dafür unter anderem Loitzmannsdorf von der Pfarre Gloggnitz an die Pfarre St. Valentin abgetreten.

Im Jahre 1880 spricht die Topografie (Beschreibung der Bodenformen, Gewässer, Siedlungen, Verkehrswege und andere Gegebenheiten eines Gebietes) im Bereich von Oberdanegg von einer "verwahrlosten Straße", die von Neunkirchen kommend, durch den "Dürren Graben", vorbei an Oberdanegg auf die Höhen von Penk und Altendort führt.

Aufgrund der langen und beschwerlichen Wege in diesem Siedlungsraum, errichteten die Menschen eigene Kapellen in den entlegenen Ortschaften, in denen aber oft auch nur einmal im Jahr, wenn überhaupt, am Kirtag Gottesdienst gehalten wurde. Die wichtigste dieser Kapellen war die sagenumwogene Kapelle am Forst mit der holzgeschnitzten Marienstatue, eine Kopie der Mariazeller Muttergottes. Der Sage nach wurde diese Kapelle - wie auch ein nahgelegenes Jagdschloss - von einfallenden Kuruzen zerstört, (Die Kuruzen waren zuerst (1514) Kreuzfahrer, dann zum Aufstand vereinigte, habsburgrfeindliche ungarische Bauern, unter der Führung von Georg Dozsa. Im 17 Jhdt. waren die Kuruzen die Anhänger des Grafen Emmerich Thököly und Franz Rakoczis. Ihre Kämpfe werden Kuruzenkriege genannt.).

Die Marienstatue aber blieb unversehrt, wurde in die Pfarrkirche nach St. Valentin gebracht, wo sie in der Marienkapelle Ziel unzähliger Wallfahrten wurde. Das verehrte Marienbild befand sich vorübergehend in einer Vitrine oberhalb der Einfahrt zum Pfarrhof. Wegen der Gefahr des Diebstahls wurde das Original aber wieder in der Kirche aufgestellt.

Die Kapelle zu Penk ist dem Heiligen Vitus und dem Heiligen Oswald gewidmet, ein sehenswertes Fresko, geschaffen 1963 von Prof. Wimmer, ziert die Außenwand der Kapelle. Es zeigt Darstellung aus dem Leben der Schutzheiligen und einen zeitgemäßen Totentanz. Inzwischen wurde in Penk ein moderner und schöner Kirchenbau errichtet, betreut von der Pfarre St. Valentin.

Bis in das 19. Jhdt. lebten in Penk überwiegend Bauern. Andere Berufe waren eher unbekannt. Im Jahre 1420 wird lediglich ein Gastwirt und ein Schuster erwähnt. 1895 wird die Forststraße gebaut, wodurch Penk in das Verkehrsnetz eingebunden wird. Ab 1850 wurden die ersten Gemeindeverwaltungen gegründet, vorerst aber blieb Penk eine Kastralgemeinde von St. Valentin, wo der Gastwirt Peter Johann Bürgermeister war. Erst 1920 wurde Penk eine eigene selbstständige Gemeinde. Der erste Bürgermeister in Penk war Martin Mohr. Die beiden Weltkriege erlebten die Bewohner entbehrungsreich, aber auch die Zwischenkriegszeit und die Zeit nach 1945 brachte Penk viel Not, Leid und Verluste. Später aber, etwa ab Mitte der 50-iger Jahre, begann ein bedeutender wirtschaftlicher und gesellschaftspolitischer Aufschwung. Dem Fremdenverkehr kam eine bedeutende Rolle zu.

1972 wird im Zuge der großen Gemeindezusammenlegung in NÖ, Penk zusammen mit der Gemeinde Oberdanegg an die größere Gemeinde Grafenbach - St. Valentin angeschlossen. Diese politische Entscheidung der Landesregierung fand nicht ungeteilte Zustimmung, zumal die kleinere Nachbargemeinde Altendorf weiterhin selbstständig blieb. Sehr bald aber verflachte alle Skepsis auf Seiten der Penker Bevölkerung und es konnte Einigkeit und Verträglichkeit festgestellt werden. 1976 wurde die Volksschule stillgelegt, die Kinder in der vierklassigen Volksschule in Grafenbach - St. Valentin eingeschult. Ein Schulbus sorgte für einen geregelten Schülertransport.

In den Jahren 1987 - 1989 wurde Penk als einer der ersten Orte auf diesem Höhenzug an das zentrale Kanalsystem Ternitz angeschlossen.

Die Geschichte der Volksschule in Penk

Bis zum Jahre 1889 besuchten die Kinder von Penk und Altendorf die Volksschule in St. Valentin. Der Schulweg war 8 km hin und zurück und im Winter oft unbegehbar. Dieser Umstand und auch die hohe Schülerzahl (über 60) bewirkten, dass zunächst eine Expositurschule in Penk errichtet wurde. Diese war einklassig und gehörte neun Jahre zur Volksschule in St. Valentin.

Auf Ersuchen der Bevölkerung von Penk und Altendorf im Oktober 1897 an den Ortsschulrat wurde die Notwendigkeit zur Führung einer eigenen Schule in Penk anerkannt. Der Ortsschulrat setzte sich damals aus folgenden Personen zusammen: Pfarrer Karl Rott, Oberlehrer Franz Philipp, Bgm. Johann Dorfstätter aus Landschach, Bgm. Leopold Ramser aus Altendorf, Josef Kraus aus Penk, Josef Spies aus Altendorf und Anton Bindtner aus Penk.

Es wurde für den Schulbau das Haus Penk Nr. 1 samt Grundstück angekauft. Am 31. Mai 1898 wurde der Bauauftrag um 5.091 Florin an Zimmermeister Lorenz Reis aus Wartmannstetten vergeben. Bereits im September 1898 war die Schule nahezu fertiggestellt, jedoch gab es Streitigkeiten bezüglich der Kostenaufteilung zwischen den Gemeinden, sodass die feierliche Einweihung und Inbetriebnahme erst im Herbst 1899 erfolgen konnte. Im Jänner 1902 wurde das Dach durch einen heftigen Sturm zum Großteil abgedeckt. Im Schuljahr 1904 wurde die ungeteilte Schule in eine einklassige geteilte Schule umgewandelt, das heißt, dass in der einklassigen achtstufigen Volksschule in 2 mal Stufen unterrichtet wurde (1. - 4. Schulstufe und 5. - 8. Schulstufe). In diesem Schuljahr gab es eine Mumps- und Masernepidemie, die den Unterricht sehr beeinträchtigte. 1905 spendete der neu gegründete Männergesangsverein "Eiche" den Reingewinn eines Volksfestes der Schule zum Ankauf von Lehrmittel. 1907 wurden von Penk und Altendorf Schritte eingeleitet, um die Schule in Penk in eine selbstständige Schule umzuwandeln und von der Abhängigkeit einer Filialschule loszulösen. Seitens der Bittsteller wurde die Vermutung geäußert, dass bei den notwendigen Anschaffungen für die Filialschule in Penk eine auffallende Sparsamkeit spürbar sei.

In der Sitzung vom 18. Mai 1907 erklärte sich der Ortsschulrat bereit, dem Begehren der Penker und Altendorfer zu entsprechen und die Außenstelle Penk in eine selbstständige Schule mit eigenem Schulsprengel umzuwandeln. Daraufhin gab es schwierige Verhandlungen zwischen den Gemeinden über Zahlungsbedingungen, Entschädigungen und Eigentumsrechte, jedoch im Mai 1908 kam vom Landesschulrat der Erlass über die Genehmigung und somit hatten Penk und Altendorf ihre eigene Schule.

Bis zur Konstituierung eines Ortsschulrates (OSR) für den neuen Schulsprengel Penk führte der bisherige OSR die Geschäfte weiter. Ebenso blieb Oberlehrer Franz Philipp, bis zur Bestellung eines definitiven Schulleiters, weiterhin provisorischer Leiter der Schule in Penk. Im Frühjahr 1909 wurden von der Gemeindevertretung St. Valentin - Landschach) bzw. von der Gemeinde Altendorf die Mitglieder des neuen Ortsschulrates Penk gewählt.

1911 wird die Stützmauer im Vorgarten errichtet. 1913 wird der Turnhof eingeebnet und ins Niveau gebracht. 1920/21 werden die Kinder aus Loitzmannsdorf in Penk eingeschult. 1924 wird Schulleiter Schaffer zum Oberlehrer ernannt und nach Wimpassing versetzt. Danach unterrichtet bis 20. Feber 1924 Lehrer Franz Hödl, dann kurzfristig bis März Franz Reidinger und hierauf Leopold Baumruck bis 1939. 1935 findet eine Gedenkfeier für den langjährigen Leiter der Schule OL Dir. Karl Schaffer statt. Am 28. Juni 1936 inspiziert seine Eminenz Kardinal Theodor Innitzer den Religionsunterricht und 1937 übernimmt OL Hans Birkmayer den Unterricht. Ein Umbau im Inneren des Schulhauses und die Installation eines WC mit Wasserspülung in der Schulleiterwohnung wird 1938 in Angriff genommen und 1943 werden neue Schulbänke, ein Lehrmittelkasten und Bilderrahmen angeschafft.

Am 23.5.1945 nach Ende des II. Weltkrieges konnte der regelmäßige Unterricht wieder aufgenommen werden, nachdem seit den Osterferien am 29. März durch den Einmarsch der Roten Armee und den Ereignissen zu Kriegsende ein geordneter Schulbetrieb nicht möglich war. Zu der Zeit war beim Schuleingang eine Tafel angebracht mit der Aufschrift in russisch "Skola" (Schule). Wenige Jahre vor der Stillegung wurde noch 1964/65 ein Zubau mit Kosten von ca. S 1,2 Mio. errichtet (der heutige Musikschulraum und der Vorraum).

1976 erfolgte nach der Gemeindezusammenlegung von 1972 die Schließung der Schule und die Einschulung der Kinder aus Penk in die Volksschule nach Grafenbach - St. Valentin. Das Schulhaus wurde den Ortsvereinen zur Benützung zur Verfügung gestellt, die Lehrerwohnung blieb bestehen. Ein Raum wurde als Verkaufsraum für die Nahversorgung mit Lebensmittel vorerst für den Kaufmann Wagner aus Haßbach, später für den gleichen Zweck dem Kaufhaus Strubreiter aus Wimpassing überlassen.



zurück


copyright 2010 Marktgemeinde Grafenbach-St. Valentin by CP11 - design your business
Sitemap | Impressum | Datenschutz
-->

Kinderschikurs 2017 - Fotos

Ferienspiel 2016 - Fotos

Umbau-Turnhalle/Volksschule - Foto

Magie & Dinner - Fotos




 

Marktgemeinde
Grafenbach-St. Valentin
Ernst Gruber-Straße 1
263